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Geschrieben von: Trendelenburg   
Freitag, den 28. Mai 2010 um 10:54 Uhr
Novelle der HOAI – Auswirkung auf Wirtschaftlichkeit und Zukunftschancen meines Büros Dipl. Betriebswirt (FH) Rainer Trendelenburg, Freiburg Das Seminar wendet sich an selbstständige Architekten sowie leitende Angestellte und kaufmännische Mitarbeiter in kleinen und mittleren Planungsbüros. Es werden keine besonderen kaufmännischen oder technischen Kenntnisse vorausgesetzt.

Wirtschaftliches Denken ist heute für den Architekten eine wichtige Voraussetzung für  den langfristigen beruflichen und privaten Erfolg. Mit der 6. Novelle der HOAI haben sich wichtige Änderungen ergeben, welche auch erhebliche Auswirkung auf die Honorarerlöse und somit den Ertrag des Planungsbüros mit sich bringen können.

Die wichtigsten Fakten in diesem Zusammenhang sind:

• die Preisbindung für Nachweisleistungen ist entfallen. Die Stundensätze können nun frei verhandelt werden.
• Honorargrundlage ist nun allein die Kostenberechnung, eine Anpassung der Honorare gemäß den weiteren Stufen der Kostenplanung entfällt. Alternativ kann eine Kostenvereinbarung vorgenommen werden
• Ein Bonus-/Malus System erlaubt die Vereinbarung einer erfolgsbezogenen Komponente für den Honoraranspruch.

Aus diesen Änderungen ergeben sich unter anderen folgende wichtige Anforderungen an eine wirtschaftliche Steuerung des Planungsbüros:

• Die eigenen Stundensätze müssen bekannt sein. Die Kalkulation und Nachkalkulation muss transparent und seriös in der Bürokalkulation durchgeführt werden.
• In der Phase 3 ist eine sorgfältige Kostenberechnung als Grundlage für das vereinbarte Honorar vorzulegen. Der Kostenberechnung muss eine qualifizierte Beschreibung der Aufgabenstellung und des Bauprojektes (Baubeschreibung) zugrunde liegen und dem Vertrag als Anhang beigefügt werden
• Mit der Kostenberechnung muss eine detaillierte Übersicht der zu erbringenden Planungsleistungen (Leistungsbeschreibung) vorgelegt und dem Vertrag als Anhang beigefügt werden.
• Es ist sinnvoll dem Honorarvertrag eine Aufstellung solcher Leistungen beizufügen, die im Honorar nicht enthalten sind aber gegebenenfalls gegen gesonderte Vergütung erbracht werden können
• Die Stundensätze für Nachweisleistungen sind im Honorarvertrag aufzuführen
• Eine Bonus-/Malus Vereinbarung ist gegebenenfalls im Vertrag aufzunehmen unter ausdrücklichem Hinweis, welche Baubeschreibung, Leistungsbeschreibung und welcher Ansatz für die Baukosten hierfür relevant ist.
• Änderungen der Aufgabenstellung, der Ausführungsqualität und des Ausstattungsstandard gegenüber der Baubeschreibung und Leistungsbeschreibung sind sorgfältig zu dokumentieren. Die Folge für die Kostenentwicklung und entsprechende Anzeigen über hieraus entstehende Honoraranpassungen bzw. Nachträge sind dem Bauherrn schriftlich zu vereinbaren. Es ist zu empfehlen ein geeignetes Baukosten- und Vertragscontrolling im Büro einzuführen.
• Eine Zeitaufschreibung und ein laufendes Projektcontrolling müssen die Wirtschaftlichkeit des aktuellen Projektes sichern, einen qualifizierten Ausweis von Nachweisleistungen ermöglichen  und Erfahrungswerte für neue Vertragsverhandlungen liefern.

Dieses Seminar soll das hierzu notwendige Wissen vermitteln und vertiefen sowie Lösungsansätze für die praktische Umsetzung aufzeigen. Im anschließenden Workshop tauschen die Teilnehmer aus, welche Besonderen und Zusätzlichen Leistungen heute meist ohne zusätzliches Honorar verlangt werden. Es werden Argumente und Techniken erarbeitet, mit welchen dem Auftraggeber der Mehrwert deutlich gemacht und eine leitungsgerechte Bezahlung erreicht werden kann.


Kurzvita Rainer Trendelenburg

1957 geboren in Weil am Rhein, aufgewachsen in einem Architektenhaushalt. Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Hochschule für Wirtschaft, Heidelberg. 1984 diplomiert über das Thema Personalwesen und Kostenrechnung im Architekturbüro. 1985 Gründungsgesellschafter der ods GmbH (Produkt wiko – Projektcontrolling im Architektur- und Ingenieurbüro, parallel von 1988 bis 1995 kaufmännische Verantwortung im Büro für Architektur und Städtebau Körber Barton Fahle in Freiburg, 2001 Gründungsgesellschafter der 3pleP Development GmbH (Controllinglösungen für Architektur- und Ingenieurgesellschaften und die öffentliche Bauverwaltung), 2007 Übernahme des APSIS Anwenderzentrums durch 3pleP. September 2009 Verschmelzung des Bausegments der 3pleP Development GmbH und der APSIS Anwenderzentrum GmbH zur wiko Bausoftware GmbH.

Aktives Mitglied im BVBS (Bundesverband Bausoftware), GPM (Gesellschaft für Projektmanagement), Mitglied der Arbeitsgruppe Bürokosten und Honorare der Architektenkammer Baden-Württemberg sowie in verschiedenen Arbeitskreisen von Verbänden.

Dieser Text wurde vom Expertenportal für Management und Controlling im Bauwesen heruntergeladen.

 


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